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Spielform statt Übungsform: warum bei uns vier Tore stehen

Eine Übungsform hat eine richtige Lösung, eine Spielform hat einen Gegner und man übt dabei. Was vier Tore auf dem Feld ändern, erfährst du hier.

9 Min. Lesezeitvon

„Ich brauche Übungen.“ Nein, uu brauchst Spielformen, und der Unterschied ist keine Wortklauberei. Eine Übungsform hat eine richtige Lösung, die du vorher kennst. In einer Spielform steht ein Gegner, und deshalb muss das Kind entscheiden. Kinder werden über Entscheidungen besser, und bei uns stehen dafür auf jedem Feld vier Tore.

Das ist die lange Fassung von Kapitel 10 aus meinem Leitfaden für Elterntrainer.

Übungsform, Spielform, und woran du es merkst

Der DFB sagt es in der Trainingsphilosophie Deutschland ähnlich: Kinder sollen im Spiel selbst entscheiden. Das ist die Position des Verbands, und es ist meine. Ob Kinder über Entscheidungen messbar schneller lernen als über Wiederholung, kann ich nicht belegen.

Der zweite Grund steht in Kapitel 03: In einer Spielform stehen weniger Kinder herum, meistens keines. In der Übungsform mit der Reihe wartet ein Kind zwei Minuten auf drei Sekunden.

Ich habe es trotzdem versucht. Eine Übung mit einem Anspieler zwischen den Toren, um das Passen zu verbessern, am Sonntag auf dem Lehrgang gesehen. Die Kinder haben sie nicht verstanden, und im Training ist wenig Zeit, sich etwas Neues auszudenken oder es viele Male vorzumachen, erst recht mit mehreren Feldern. Seitdem stecken die Sachen, die ich üben will, als Regel in der Spielform. Wenn ein Tor erst zählt, nachdem alle drei den Ball berührt haben, passen sie. Passen erklärt hat keiner.

Vier Tore, nicht zwei

Eine Sache vorweg, weil sie durch alle zwölf Formen geht: Auf einem Feld stehen bei uns vier Tore. Zwei je Mannschaft, in die Grundlinie gesetzt und nach außen versetzt. Das klingt nach einer Feinheit des Aufbaus und ist die Entscheidung, die am meisten am Spiel ändert.

Man sieht es am schnellsten, wenn man von unten anfängt.

ToreWas das Kind mit Ball entscheiden mussWas der Verteidiger tun mussWas bei Fünfjährigen daraus wird
ein Tornichts, es gibt eine Richtungdavorstehenalle stehen davor
zwei Torenichts, es muss nur durchden einen Weg zustellenein Pulk, der sich über das Feld schiebt
vier Torelinks oder rechts, je nachdem, wo der Verteidiger stehter kann nicht beide deckender Pulk zieht sich auseinander, die Köpfe gehen hoch

Bei zwei Toren kann man das bei Neunjährigen ein Spiel nennen, bei Fünf- und Sechsjährigen wird ein Pulk daraus, und in dem Pulk passiert sehr wenig.

Bei vier Toren hat das Kind mit Ball zwei Ziele. Ein Verteidiger kann nicht beide decken. Damit steht die erste echte Entscheidung im Spiel, ohne dass jemand das Wort Taktik in den Mund nimmt: Wenn er links steht, geht es rechts. Der Pulk zieht sich auseinander, weil sich die Breite plötzlich lohnt, und die Köpfe gehen hoch, weil zwei Tore im Blick bleiben müssen statt eines.

Dass vier Tore mehr Abschlüsse, mehr Ballkontakte und mehr Richtungswechsel bringen als zwei, habe ich bei uns gesehen und nicht nachgezählt. Bis jemand es nachzählt, bleibt das Erfahrung.

Es ist dieselbe Anordnung, nach der am Samstag gespielt wird: In der G- und der F-Jugend stehen nach Anhang IV der DFB-Jugendordnung vier Minitore auf dem Feld, je zwei auf einer Grundlinie, von der Seitenlinie eingerückt. Wie Eltern das am Spielfeldrand sehen, steht in Kapitel 08 des Elternleitfadens, wie es von der Bank aus läuft, im Spieltag als Trainer. Der Abstand zwischen dem Dienstag und dem Samstag soll so klein wie möglich sein, und das hier ist die billigste Stelle, an der man ihn kleiner macht.

So stehen die Tore bei uns

Die vier Tore stehen auf der Grundlinie, je zwei, so weit auseinander, dass zwischen ihnen Platz für den Verteidiger ist, der sich entscheiden muss. Stehen sie zu nah beieinander, deckt ein Kind beide, und du hast wieder zwei Tore.

Wann zwei Tore trotzdem richtig sind: In den Formen ohne Tor (Nummer 1 und Nummer 6 unten) ändert sich ohnehin nichts, und bei Drei- und Vierjährigen ist die Anordnung gleichgültig, weil dort noch niemand ein Ziel auswählt. Ab fünf, sechs ist sie es nicht mehr. Dort entsteht der Pulk, und dort löst er sich auch auf.

Und ein Tor ist bei uns auch manchmal richtig, mit Absicht. Auf dem größeren Feld läuft Vier gegen vier auf ein Jugendtor mit festem Torwart, weil unser Schwerpunkt gerade der Aufbau aus der Torwartzone ist und ein Torwart dafür den Ball haben muss. Manchmal ist die dritte Option ein Spiel mit wechselndem Angriffsrecht: Wer den Ball erobert, spielt erst zu mir und darf dann angreifen. Das sind Formen mit einem Zweck, und der Zweck steht vorher fest.

Und wenn nicht genug Tore da sind, was der Normalfall ist: Zwei Hütchen im Abstand von zwei Schritten sind ein Tor. Vier Hütchentore sind besser als zwei richtige, und damit geht die ganze Empfehlung ohne eine einzige Anschaffung. Bierbänke gehen auch, und die nehmen die Kinder erstaunlich gut an. Wenn ich die Wahl habe, stelle ich die Mini-Tore mit Netz dahin, wo Kinder gerade erst anfangen, Richtung und Tor zu verstehen. Ein Ball im Netz macht ein Geräusch und bleibt liegen. Was du an Material trotzdem anschaffen solltest, steht in Die Organisation, die du einmal aufsetzt.

Die Einwände, und was ich darauf sage

Drei Einwände höre ich, und ich halte alle drei für falsch. Das ist meine Meinung.

Zu chaotisch. Vier Felder mit je vier Toren sehen nach Chaos aus und fühlen sich am ersten Abend auch so an. Der Platz ist danach unordentlicher. Für die Kinder ist er besser, und nach zwei, drei Abenden siehst du nicht mehr das Durcheinander, sondern dass jedes Kind am Ball ist.

Die Kinder lernen kein Tor in der Mitte. Stimmt, im Zwei gegen zwei auf vier Minitore nicht. Sie lernen dort, den Kopf zu heben und eine Seite zu wählen, und das nehmen sie mit, wenn das Kleinfeldtor mit Torwart kommt. Das eine Tor mit Torwart kommt früh genug, bei uns schon auf dem größeren Feld in der F.

Das ist kein richtiger Fußball. Am Samstag spielen sie so, mit vier Minitoren, und das ist seit der Spielzeit 2024/25 die Regel des DFB für G und F. Der Fußball mit zwei großen Toren kommt, und er kommt nicht schneller, wenn man ihn mit Sechsjährigen vorwegnimmt.

Die zwölf Formen

Zwölf Formen tragen bei uns ein ganzes Kinderfußballjahr, und sie kommen mit dem Material aus, das ein normaler Verein hat. Keine Koordinationsleiter, keine Stangenwand, keine Anschaffung. Wenn weiter oben oder unten Nummer 5 steht, ist diese Liste gemeint.

  1. Alle gegen alle mit Ball (3–6 Jahre)
  2. Vier Tore, zwei Kinder (5–8 Jahre)
  3. Vier Tore, drei Kinder (7–10 Jahre)
  4. Linienfußball (5–8 Jahre)
  5. Von hinten heraus (ab 7 Jahren)
  6. Ballräuber (3–8 Jahre)
  7. Tor mit Zusatzaufgabe (7–10 Jahre)
  8. Drei kleine Spiele (5–10 Jahre)
  9. Zonenspiel (ab 9 Jahren)
  10. Eins gegen eins, zwei Tore (5–8 Jahre)
  11. Überzahl im Angriff (ab 7 Jahren)
  12. Abschlussspiel auf alles (alle)

Vier davon laufen bei uns gleichzeitig in zwei Größen: dasselbe Spiel, zwei Felder, zwei Anforderungen, passend zur Einteilung in Kapitel 07. Das schwächere Ende kommt öfter an den Ball, das stärkere muss mehr entscheiden.

Nummer 5 ist gesetzt. Sie ist die Trainingsseite von Kapitel 11 und das, was am Samstag den Unterschied macht. Bei uns läuft sie gerade als Schwerpunkt über acht Wochen, der Aufbau aus der Torwartzone, und sie wird als Spielform trainiert und nicht als Passfolge an Hütchen, weil auf dem Platz ein Gegner steht und keine Hütchenreihe.

Seit eineinhalb Jahren laufen bei uns dienstags dieselben drei: Nummer 2 zum Ankommen, Nummer 3 als Hauptteil, Nummer 12 zum Schluss. Das hat sich noch nicht abgenutzt.

Welche Form in welchem Alter

StufeFormen aus der ListeVier Tore
3–4 Jahre (vor G)1 und 6egal, niemand wählt ein Ziel aus
5–6 Jahre (G, Bambini)1, 2, 4, 6, 8, 10ja: hier entsteht der Pulk, und hier löst er sich auf
7–8 Jahre (F)2 bis 8, 10 bis 12ja, und dieselbe Anordnung wie samstags
9–10 Jahre (E)3, 5, 7, 8, 9, 11, 12ja, dazu Nummer 5 als Pflicht

Beides ist Erfahrung aus unserem Training, keine Vorgabe. Die Höchstgrößen, die der DFB für Spielformen nennt, zwei gegen zwei bei den Bambini, drei plus Torwart in der F, vier plus Torwart in der E, und was in welchem Alter inhaltlich dran ist, stehen in Kapitel 11.

Zwei Betriebsregeln

Nimm für eine Einheit zwei Formen, nicht vier: eine zum Ankommen, eine als Hauptteil, und Nummer 12 als Abschluss. Vier Formen bedeuten drei Umbauten, und jeder Umbau kostet dich die Gruppe. Wie das an einem Abend aussieht, Minute für Minute, steht im Ablauf der ersten Trainingseinheit.

Und erklär keine Form länger als eine halbe Minute. Bau sie auf, lass zwei Kinder anfangen, der Rest versteht sie beim Zusehen schneller als beim Zuhören. Warum eine halbe Minute und nicht zwei, und was du machst, statt es zu sagen, steht in Vierzehn Kinder, ein Platz.

Quelle zur Anordnung der vier Minitore im Spielbetrieb der G- und F-Junioren: Deutscher Fußball-Bund, Jugendordnung, Anhang IV, Teil 1, Ziffer 3, Stand 21. August 2026, verbindlich für die Landesverbände seit der Spielzeit 2024/25; die Maße der Felder und der Abstand der Tore zur Seitenlinie weichen zwischen den Landesverbänden ab, was bei dir gilt, steht in den Durchführungsbestimmungen deines Verbands. Zur Position, dass Kinder im Spiel selbst entscheiden sollen, und zu den Höchstgrößen der Spielformen: Deutscher Fußball-Bund, Trainingsphilosophie Deutschland. Entwicklung individueller Qualität, Fassung vom 14. Oktober 2024, Seiten 8 bis 11, abgerufen am 19. September 2026. Dass vier Tore mehr Abschlüsse und Richtungswechsel bringen als zwei, ist Erfahrung aus Patricks Training, kein Befund.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen Übungsform und Spielform?

Eine Übungsform hat eine richtige Lösung, die der Trainer vorher kennt: Reihe, Hütchen, Wiederholung. In einer Spielform steht ein Gegner, und deshalb muss das Kind selbst entscheiden. Dazu steht in einer Spielform kaum ein Kind herum, in der Übungsform mit Reihe warten fünfzehn auf eines.

Warum vier Tore und nicht zwei?

Bei zwei Toren muss das Kind mit Ball nur durch, und ein Verteidiger stellt den einen Weg zu. Bei vier Toren hat es zwei Ziele, ein Verteidiger kann nicht beide decken, und damit steht die erste Entscheidung im Spiel, ohne dass jemand Taktik sagt. Und es ist dieselbe Anordnung wie am Samstag im Spielbetrieb der G- und F-Jugend.

Was mache ich, wenn ich keine vier Mini-Tore habe?

Zwei Hütchen im Abstand von zwei Schritten sind ein Tor. Vier Hütchentore sind besser als zwei richtige. Bierbänke gehen auch, und die nehmen die Kinder erstaunlich gut an. Wenn ich Mini-Tore mit Netz habe, stelle ich sie dahin, wo Kinder gerade erst anfangen, Richtung und Tor zu verstehen.

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