Der Platz, bevor die Kinder kommen: aufbauen und einteilen
Um fünf da, um halb sechs steht alles: Tore zuerst, dann Felder, Bälle, Leibchen. Und wer in welchem Feld spielt, entscheidest du beim Aufbauen, nicht während des Spiels.
11 Min. Lesezeitvon Patrick Schneider
„Warum wird es jedes Mal Chaos?“ Weil du während des Trainings organisierst, was du davor hättest aufbauen können. Tore stellen, Felder abstecken, Hütchen setzen, Bälle aufpumpen, Leibchen bereitlegen: Wer das macht, während vierzehn Kinder auf dem Platz stehen, verliert die Gruppe, und er bekommt sie an dem Abend eventuell auch nicht mehr zurück.
Das ist die lange Fassung von Kapitel 07 aus meinem Leitfaden für Elterntrainer.
Felder aufbauen, nicht Formen
Bau so auf, dass der Aufbau die ganze Einheit stehen bleibt. Einmal hinstellen, und danach werden nur noch Leibchen getauscht und ab und zu ein Tor versetzt. Das ist der Unterschied zwischen einer Einheit mit vier Umbaupausen und einer, die durchläuft.
Was stehen bleibt, sind die Felder. Vier gleich große Felder mit Hütchen an den Ecken tragen drei Spielformen: zwei gegen zwei, drei gegen drei, freies Spiel. Wer für jede Form neu absteckt, baut in einer Einheit dreimal auf und trainiert einmal. Der Ablauf für neunzig Minuten hat deshalb einen einzigen Umbau, und der besteht aus vier Hütchen, die zwei Schritte weiterwandern, während die Kinder trinken.
Bei uns sind das zwölf bis sechzehn Kinder auf einem halben Platz. Vier kleine Felder für den ersten Block, dann zwei größere. Warum auf jedem Feld vier Tore stehen, steht im Baukasten. Hier geht es nur darum, dass sie stehen, bevor das erste Kind da ist.
Tore zuerst: die Reihenfolge
Ich bin meistens um fünf auf dem Platz. Bis halb sechs steht alles, und von halb sechs bis sieben ist Training.
Zuerst die Tore, weil sie am schwersten sind und weil das erste Kind, das um zwanzig vor kommt, dann schon etwas hat, worauf es schießen kann. Dann die Felder abstecken, Hütchen an die Ecken, in zwei Farben, damit man von weitem sieht, wo welches Feld endet. Dann die Bälle, und zwar auf die Felder und nicht in einen Haufen an der Mittellinie: An jedem Tor liegen zwei, drei Bälle, damit ein Ball im Gebüsch keine Unterbrechung für sechs Kinder ist. Leibchen zuletzt, in zwei Stapeln am Rand. Aus einem Netz zieht man sie einzeln heraus, während vierzehn Kinder zusehen.
Für die Person, die mit dir um fünf da ist, gibt es das Ganze als Zettel oder als Bild auf dem Handy:
| Wann | Was | Womit |
|---|---|---|
| um fünf | Tore aus dem Schuppen holen und aufstellen, vier je Feld | 4–8 Mini-Tore, notfalls Bierbänke oder Hütchentore |
| bis Viertel nach | Felder abstecken, Hütchen an die Ecken | 30 Hütchen in zwei Farben |
| bis zwanzig nach | Bälle prüfen, an jedes Tor zwei bis drei legen | ein Ball je Kind, plus drei, dazu die Pumpe |
| bis fünf vor halb | Leibchen in zwei Stapeln an den Rand, Flaschen daneben | zwei Sätze Leibchen |
| ab zwanzig vor | Die ersten Kinder kommen und schießen auf die Tore. Du stehst am Rand und begrüßt jedes mit Namen | nichts mehr in der Hand |
Ich mache das immer ganz flexibel. Das kommt auch darauf an, welches Material noch auf dem Feld steht und welches irgendwo anders benutzt wird. Man muss auch ab und an improvisieren.
Abbauen: die Kinder helfen
Ein Satz zum Abbauen, weil er oft vergessen wird: Die Kinder tragen mit. Alle, nicht die Schnellsten. Sie machen es langsamer als du, sie machen es gern, und es ist die einzige Stelle im Training, an der Aufräumen etwas Gutes ist. Im Ablauf sind dafür drei Minuten reserviert, und jedes Kind trägt etwas.
Was die halbe Stunde kostet, und wer sie bezahlt
Die halbe Stunde bekommst du nicht geschenkt. Sie ist der Grund, einen Co-Trainer oder ein Elternteil früher zu bestellen. Ein Anruf, und dein Training fängt pünktlich an. Billiger wird eine Verbesserung nicht. Ich nehme Hilfe von Eltern gern an. Die Trainer, die ich im Verein kenne, kommen oft direkt von der Arbeit und suchen fünf Minuten vor Beginn noch Tore und Hütchen.
Und wenn niemand hilft, weil niemand da ist: Bau weniger auf, aber bau es vorher auf. Zwei Felder, die stehen, wenn das erste Kind kommt, sind besser als vier, die während der ersten zehn Minuten entstehen. Der Fehler an dieser Stelle ist, am Programm festzuhalten und den Aufbau nach hinten zu schieben.
Natürlich komme ich auch manchmal zu spät, warum auch immer. Und dann ist eben das Feld nicht aufgebaut und wir haben zu wenig Material, und dann muss ich mir echt was einfallen lassen. Erfahrungsgemäß bitte ich dann die Kinder, mir zu helfen, und das funktioniert eigentlich sehr gut.
Was du in der halben Stunde noch siehst
Du stehst da, wenn die Eltern kommen, begrüßt die Kinder und hast einen Überblick. Das sind die Gespräche, die dir den Elternabend leichter machen, und sie finden statt, weil du gerade Zeit hast. Einen Termin hat dafür keiner gemacht.
Dazu kommt, dass du siehst, in welcher Verfassung die Kinder ankommen. Wer nach der Schule schon neben sich steht, braucht heute keine neue Spielform, sondern eine, die er bereits kennt. Das merkst du beim Warmkicken. In Minute fünfzehn, wenn die Erklärung schon schiefgegangen ist, ist es zu spät.
Die Einteilung ist eine Aufbauentscheidung
Kindermannschaften sind selten homogen, und je jünger sie sind, desto weniger. Bei uns in der F-Jugend liegen zwischen dem stärksten und dem schwächsten Kind manchmal zwei Jahre Entwicklung, jedenfalls sieht es so aus, wenn beide im selben Feld stehen. Wer alle in derselben Spielform spielen lässt, verliert beide Enden: Die einen kommen nicht an den Ball, die anderen langweilen sich.
Der Weg dahin ist eine Aufbauentscheidung, deshalb steht er in diesem Kapitel: Die Felder, die du um fünf hinstellst, sind schon die Einteilung.
Die schwächeren Kinder spielen in kleineren Formen, eins gegen eins oder zwei gegen zwei. Mehr Ballkontakte, weniger Situationen, in denen der Ball an ihnen vorbeiläuft. Die stärkeren spielen drei gegen drei, weil dort die Entscheidungen dazukommen, die sie brauchen: wohin ohne Ball, welches der beiden Tore, abgeben oder ziehen.
Beides läuft gleichzeitig auf getrennten Feldern. Nacheinander heißt, dass eine Hälfte der Mannschaft zusieht, und dann bist du wieder bei der Warteschlange. Und die Felder wechseln. Nicht jedes Mal, aber oft genug, dass keine feste Rangliste entsteht.
Was der Verband dazu sagt
Der DFB empfiehlt das selbst. In der Trainingsphilosophie Deutschland steht, die Felder seien nach Entwicklungsstand einzuteilen und nicht nach Jahrgang, weil die Leistungsunterschiede im Basisfußball oft sehr groß sind. Der Verband benennt die beiden Enden sogar, Gold und Bronze, und schreibt dazu, worum es geht: die Spitze fördern, ohne die auszuschließen, die noch nicht so weit sind.
Ab der Pubertät kommt ein zweiter Grund hinzu, den man am Platz sieht, ohne ihn zu kennen: Das biologische Alter kann vom kalendarischen um bis zu fünf Jahre abweichen. Auf getrennten Feldern wird der Frühentwickler nicht unterfordert und der Spätentwickler nicht überfordert. Für eine F-Jugend ist das noch weit weg, aber der Gedanke ist derselbe.
Wie viele Felder für wie viele Kinder
Gerechnet für eine F-Jugend auf einem halben Platz. Der erste Block läuft überall zwei gegen zwei, der zweite ist nach Stärke besetzt. Die Erwachsenen sind der Betreuungsschlüssel des DFB, einer je sechs Kinder; die Zahl führt Vierzehn Kinder, ein Platz. Das müssen keine Trainer sein. Ein Spielfeldbegleiter reicht, also jemand, der einen Ball zurücklegt und dafür sorgt, dass es weitergeht.
| Kinder | Erster Block | Zweiter Block, nach Stärke | Erwachsene |
|---|---|---|---|
| 8 | 2 Felder | 2 Felder: eins gegen eins und drei gegen drei | 2 |
| 12 | 3 Felder | 2 Felder: zwei gegen zwei und vier gegen vier, oder zweimal drei gegen drei | 2 |
| 16 | 4 Felder | 2 Felder: zweimal vier gegen vier; mit drei Erwachsenen auch 3 Felder: zwei gegen zwei am schwächeren Ende, zweimal drei gegen drei | 3 |
| 20 | 5 Felder | 4 Felder: zweimal zwei gegen zwei, zweimal drei gegen drei | 4 |
Die Tabelle ist eine Rechnung, keine Vorgabe. Bei ungeraden Zahlen spielt irgendwo jemand zwei gegen drei, und das schadet nicht. Ab zwanzig Kindern wird es eng auf dem halben Platz, und dann ist ein Gespräch mit dem Verein über eine zweite Gruppe sinnvoller als ein sechstes Feld. Für die G-Jugend gibt es die Rechnung schon, von vier bis sechzehn Kindern und mit einem Erwachsenen je vier: G-Jugend trainieren.
Einteilen, ohne dass es lange dauert
Du hast nach drei Wochen ein Bild im Kopf, und das reicht. Kein Test, keine Bewertung, keine Liste an der Wand. Wenn du unsicher bist, teil zufällig ein und sieh zu. Nach zehn Minuten weißt du, wer wo besser aufgehoben ist.
Gemischte Felder bleiben trotzdem dabei. Ein gleichstarkes Feld ist nicht immer gerecht, aber für eine Weile sinnvoll: Ein Kind, das sonst nur hinter einem sehr schnellen Mitspieler herrennt, bekommt gegen passende Gegner den Ball und eine eigene Entscheidung. Und wenn die Gruppe gemischt ist, bekommen die starken Kinder eine Zusatzaufgabe. Nach einem Tor berühren sie eine Stange oder machen einen Purzelbaum, und in der Zeit haben die anderen Überzahl. Das sieht albern aus, und es funktioniert. Wie das bei uns läuft, steht in F-Jugendtraining: Tipps für Trainer.
Bei uns wechseln die Kinder dreimal die Felder. Wir spielen auf Jugendtore und auf kleine Tore, und manchmal ist die dritte Option ein Spiel mit wechselndem Angriffsrecht.
Die Kinder wissen, in welchem Feld sie stehen
Sie wissen es vom ersten Abend an, und sie sprechen darüber. Was du dagegen tun kannst, ist wenig, aber es ist nicht nichts.
Sag nicht, wonach du einteilst. Nimm die Einteilung nicht zum Anlass für ein Gespräch. Wechsle Kinder zwischen den Feldern, auch wenn es sportlich nicht nötig ist. Und wenn ein Kind fragt, warum es heute drüben spielt, ist die zutreffende Antwort meistens auch die beste: weil du heute etwas anderes ausprobierst.
Den Eltern sagst du es am Elternabend, bevor die erste Mutter am Rand danach fragt: dass ihr in verschiedenen Formen spielt, weil verschiedene Kinder verschiedene Formen brauchen, und dass daraus nichts für die Aufstellung am Samstag folgt. Wie der Abend aufgebaut ist, steht in Eltern führen.
Viele der Kinder verstehen die Hintergründe oder haben sogar eigene Vorlieben, da sie nicht mit drei anderen Kindern um den Ball kämpfen wollen, zum Beispiel.
Derselbe Aufbau in der G- und in der E-Jugend
Die Felder-Zeile stammt aus der Vergleichstabelle der ersten Trainingseinheit; dort steht sie mit Länge und Blockdauer. Hier steht sie allein, weil sie die Aufbauentscheidung ist. Die Einteilungs-Zeile ist meine Erfahrung mit den Stufen, die ich hatte, keine Vorgabe.
| Stufe | Felder | Einteilung nach Stärke |
|---|---|---|
| 3–4 Jahre (vor G) | ein Feld oder gar keins: Bälle, Tore, Hütchen zum Umwerfen | keine. Es gibt noch nichts einzuteilen |
| 5–6 Jahre (G, Bambini) | so viele wie möglich, so klein wie möglich | erst, wenn die Ballgewöhnung da ist; vorher nach Zufall |
| 7–8 Jahre (F) | vier, dann zwei | ja: eins gegen eins und zwei gegen zwei am einen Ende, drei gegen drei am anderen |
| 9–10 Jahre (E) | zwei bis drei, größer | ja, und dazu kommen die Entscheidungen: Überzahl, Zonen, das Herausspielen |
Der Zettel zum Mitnehmen
Vor dem ersten Kind:
- Tore stehen, vier je Feld
- Felder abgesteckt, Hütchen in zwei Farben
- Zwei bis drei Bälle an jedem Tor, aufgepumpt
- Leibchen in zwei Stapeln am Rand, Flaschen daneben
- Du stehst am Rand, wenn das erste Kind kommt
Und für den Abend:
- Die Einteilung im Kopf, keine an der Wand
- Wer heute das Feld wechselt, steht fest, bevor die Kinder kommen
- Abbau mit allen Kindern, drei Minuten
Steht alles, geht es um die Gruppe: was du sagst, wie lange, und wie du vierzehn Kinder von einem Block in den nächsten bekommst, ohne sie zu verlieren. Das steht im nächsten Kapitel: Vierzehn Kinder, ein Platz.
Quelle zur Einteilung nach Entwicklungsstand, zu Gold und Bronze und zur Abweichung des biologischen Alters um bis zu fünf Jahre: Deutscher Fußball-Bund, Trainingsphilosophie Deutschland. Entwicklung individueller Qualität, Fassung vom 14. Oktober 2024, Seite 11, abgerufen am 7. September 2026; zum Betreuungsschlüssel ebenda, Seiten 11 und 64. Die Uhrzeiten, die Felderzahlen und die Einteilung sind Erfahrung aus Patricks Training, keine Vorgabe des Verbands.
Häufige Fragen
Wie lange vor dem Training muss ich auf dem Platz sein?
Bei mir eine halbe Stunde. Ich bin um fünf da, um halb sechs stehen Tore, Felder und Bälle, und von halb sechs bis sieben ist Training. Ab zwanzig vor kicken die ersten Kinder auf die Tore, die schon stehen.
In welcher Reihenfolge baue ich das Training auf?
Tore zuerst, weil sie am schwersten sind und die ersten Kinder darauf schießen können. Dann die Felder abstecken, dann die Bälle auf die Felder verteilen, Leibchen zuletzt in zwei Stapeln am Rand.
Darf ich Kinder im Training nach Stärke einteilen?
Ja, der DFB empfiehlt es sogar: Felder nach Entwicklungsstand, nicht nach Jahrgang. Die schwächeren Kinder spielen in kleineren Formen, die stärkeren drei gegen drei, beides gleichzeitig auf getrennten Feldern. Und die Felder wechseln, damit keine Rangliste entsteht.
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