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Entwicklung

Nach dem Spiel: was du auf der Fahrt nach Hause sagst

Der beste Einstieg ist keine Frage. Was du im Auto nach dem Spiel sagst, was du lässt, und welcher Absatz davon in den Elternchat gehört.

7 Min. Lesezeitvon

„Und, habt ihr gewonnen?“ Die Frage ist draußen, bevor die Autotür zu ist. Der beste Einstieg nach dem Spiel ist aber keine Frage. „Schön war‘s.“ Dann Schweigen. Alles Weitere kommt von deinem Kind, oder es kommt nicht, und beides ist in Ordnung.

Was auf der Rückbank passiert, wenn du fragst

Sechs Spiele, sechs gewonnen, das Kind sitzt hinten. Und dann diskutiert man diesen einen Fehler aus Spiel drei, der zu einem Gegentor geführt hat, im Detail mit dem Kind aus. Eltern machen das instinktiv. Genau das.

„Hast du getroffen?“ ist nicht besser, nur freundlicher. Die Frage zeigt deinem Kind, was dir wichtig ist, und beim nächsten Spieltag versucht es, möglichst viele Tore zu schießen. Dein Kind merkt sich, wonach du fragst.

Du fragst das ja nicht, um Druck zu machen, sondern weil du zwei Stunden am Rand gestanden hast und wissen willst, wie es für dein Kind war. Bei den Kindern gelten aber diese Fragen dann als der neue Maßstab, und dementsprechend werden sie sich auch nächste Woche verhalten.

Der Einstieg ohne Frage

Der beste Einstieg ist überhaupt keine Frage. „Schön war‘s.“ Oder: „Ich hab gern zugesehen.“ Oder: „Ihr habt das richtig gut gemacht.“ Dann Schweigen.

Wenn nichts kommt, kommt nichts. Nach einem schlechten Spiel oder einem schlechten Spieltag schweigen Kinder lieber, und nach einem guten bricht es irgendwann von allein heraus.

Mit dem Schweigen lässt du deinem Kind den Platz, selbst zu entscheiden, was von dem Vormittag wichtig war, und das ist oft etwas anderes als das, was du vom Rand aus gesehen hast.

Bei meinem Sohn sind es oft die Bälle, die er im Tor abgewehrt und verhindert hat, über die er sprechen möchte. Manchmal hat er auch Fragen zu Regeln, und vor allem, wie das mit dem Grätschen wirklich ist.

Feiern ja, lästern nein

Feiern darfst du, und du darfst dafür jeden Grund nehmen: ein gutes Spiel, ein gelaufenes Spiel, überhaupt gespielt und sich bewegt zu haben.

Was nicht geht, ist lästern. Nicht über den Mitspieler, nicht über den Gegner, nicht über den Schiedsrichter, auch nicht im Scherz und auch nicht, wenn dein Kind selbst damit anfängt.

Und das tut es. Irgendwann kommt der Satz über den Mitspieler, der „wieder nur rumgestanden“ hat. Du musst dem nicht widersprechen und keinen Vortrag halten. Es reicht, nicht mitzumachen: „Der hat auch gespielt.“ Und dann redet ihr über etwas anderes.

Wenn das Spiel schlecht war

Schwer wird es an dem Samstag, an dem es 0:8 stand, an dem geweint wurde oder an dem dein Kind mehr draußen saß, als es gespielt hat.

Sag dann nicht, das Ergebnis sei egal. Das glaubt dein Kind nicht, und es entwertet, was es gerade erlebt hat. In den jüngsten Jahrgängen wird zwar nichts festgehalten, aber die Kinder zählen trotzdem mit, und zwar genau. Was funktioniert, ist ein Satz wie „Das war heute schwer.“ Und dann wieder Schweigen.

Wenn dein Kind selbst über einen Fehler reden will, hörst du zu. Du behebst nichts. Zu ändern ist das dienstags im Training, und dort geht es ohne dich. Auf der Rückbank kann dein Kind nichts davon üben. Es kann nur hören, dass es einen Fehler gemacht hat, und das weiß es schon.

Die Bank ist auch kein Thema fürs Auto. Wenn dein Kind heute wenig gespielt hat, hat es das längst mitgezählt, und „Warum hast du nicht gespielt?“ ist eine Frage, die es nicht beantworten kann. Das Gespräch darüber führst du mit dem Trainer, an einem anderen Tag; wie es läuft, steht in Einsatzzeiten im Kinderfußball.

Was sich mit dem Alter ändert

Auf jeder Stufe sitzt ein anderes Kind im Auto. Ein Vierjähriger weiß nicht, dass es ein Ergebnis gibt, und ein Zehnjähriger hat sich schon eingeordnet, bevor er einsteigt, samt einer Meinung zum Schiedsrichter, die er dir gleich sagen wird. Dazwischen liegt die Stufe, auf der die Fragen von oben zum ersten Mal wirken.

AlterWas das Kind vom Vormittag mitnimmtWas im Auto dann passiertWas geht
3–4 Jahre (vor G)Meist gar kein Spieltag. Beim Spielfest spielt es neben dem Spiel, und ein Ergebnis gibt es in seinem Kopf nichtEs schläft ein oder redet über etwas, das mit Fußball nichts zu tun hat„Schön war‘s.“ Mehr kommt nicht, und mehr braucht es nicht
5–6 Jahre (G, Bambini)Weiß, ob es selbst getroffen hat, nicht, wie es ausging. Gezählt wird nicht„Habt ihr gewonnen?“ bringt das Zählen ins Auto. Dein Kind lernt von dir, dass es ein Ergebnis gibtNicht nach dem Ergebnis fragen. Wenn es von seinem Tor erzählt, freust du dich mit, ohne die Zahl
7–8 Jahre (F)Zählt selbst mit, und zwar genau, auch wenn niemand das Ergebnis aufschreibt. Zum ersten Mal gibt es eine Bank„Hast du getroffen?“ wirkt jetzt. Und „Warum hast du nicht gespielt?“ ist die Frage, die dein Kind nicht beantworten kannSchweigen aushalten, das Kind erzählt noch von allein. Die Bank ist ein Gespräch mit dem Trainer, nicht mit dem Kind
9–10 Jahre (E)Kennt das Ergebnis, hat sich eingeordnet, hat eine Meinung zum SchiedsrichterEs fängt selbst mit dem Fehler an, oder es sagt gar nichts mehr. Beides kommt vorZuhören, nicht korrigieren. Zum Schiedsrichter nichts, jetzt erst recht. Und wenn nichts kommt: Es ist nicht dein Gespräch

Das ist Beobachtung aus meiner Mannschaft, keine Entwicklungspsychologie. Was daran Regel ist: Bei uns in Hessen dürfen Ergebnisse und Tabellen der G-, F- und E-Junioren nicht im DFBnet veröffentlicht werden. Was in deinem Verband gilt, steht in seinen Durchführungsbestimmungen.

Der Ehrgeiz im Auto ist oft deiner

Der Ehrgeiz am Spielfeldrand ist häufiger der der Eltern als der des Kindes. Man sieht es daran, wer im Auto nach dem Spieltag die Gespräche eröffnet. Ich weiß, wovon ich rede, ich bin nicht nur Trainer-Papa, ich bin auch Trainer-Mann mit einer sehr kompetitiven Frau. Das kommt also in den besten Familien vor, und bei uns auch.

Wenn die Kinder keine Lust mehr auf Fußball haben, dann sollte man auch sich selbst und diese Autofahrten in der Vergangenheit hinterfragen.

Für Trainer: was du vor dem Parkplatz tust

Du hast nach dem Spiel dieselbe Aufgabe wie die Eltern, nur zwanzig Minuten früher. Was du zu den Kindern sagst, ist kurz: „Das war heute schwer.“ „Ihr seid dreimal hinten rausgekommen, das war letzte Woche keinmal.“ „Nächsten Dienstag machen wir das nochmal.“ Keine Haltung, keine Rede, drei Sätze, und dann fahrt ihr nach Hause.

Mein Tipp: Ich rede als Trainer mittlerweile mit Eltern, wenn ich merke, dass die Eltern das Autogespräch schon auf dem Platz starten.

Was du sagst, wenn ihr dauernd verliert, und woran du merkst, dass du selbst verkrampfst, steht in Kapitel 13 des Trainerleitfadens.

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Nach dem Spiel, im Auto: Der beste Einstieg ist keine Frage. „Schön war‘s.“ Dann Schweigen. Wenn dein Kind erzählen will, erzählt es, und wenn nicht, dann nicht. Beides ist in Ordnung. Drei Dinge finden auf der Rückbank nicht statt: der eine Fehler aus Spiel drei, die Frage „Hast du getroffen?“ und das Lästern über Mitspieler, Gegner oder Schiedsrichter, auch nicht im Scherz. Feiern geht immer, mit jedem Grund. Und wenn ein Fehler doch besprochen werden muss: Zu ändern ist das dienstags im Training, nicht auf dem Heimweg.

Häufige Fragen

Was sage ich meinem Kind nach einem verlorenen Spiel?

Wenig. „Das war heute schwer.“ Dann Schweigen. Sag nicht, das Ergebnis sei egal, das glaubt dein Kind nicht, und es entwertet, was es gerade erlebt hat. Wenn es selbst über einen Fehler reden will, hörst du zu und behebst nichts. Zu ändern ist das dienstags im Training, nicht auf der Rückbank.

Darf ich mein Kind loben, wenn es ein Tor geschossen hat?

Ja, wenn es davon erzählt. Freu dich mit, ohne die Zahl. Was du dir sparst, ist die Frage davor: „Hast du getroffen?“ zeigt deinem Kind, was dir wichtig ist, und beim nächsten Spieltag versucht es, möglichst viele Tore zu schießen.

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