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Training

Kinderfußball für Elterntrainer

Die erste Einheit, vierzehn Kinder, Regeln, der Spieltag und die Eltern: der Einstieg für alle, die gefragt worden sind und zugesagt haben.

18 Min. Lesezeitvon

Gezeichneter Trainingsaufbau von oben: drei unterschiedlich große Felder mit Mini-Toren, Hütchen an den Ecken und bereitgelegten Bällen, kein Mensch darauf

Das hier ist mein Leitfaden für Elterntrainer. Ich trainiere eine F-Jugend im Vordertaunus, mein Sohn spielt in der Mannschaft, und hier steht, was ich gern vorher gewusst hätte, als ich zugesagt habe. Jedes Kapitel gibt dir die Antwort in ein paar Sätzen. Wenn dir das nicht reicht, steht dahinter ein eigener Artikel, der in die Tiefe geht.

01 · Warum machst du das?

„Warum bin ich Kindertrainer, und was will ich erreichen?“ Das ist die allerwichtigste Frage, die jeder für sich selbst beantworten sollte. Im Alltag brauchst du die Antwort selten. Aber immer wenn es knifflig wird und anstrengend, ist es gut zu wissen, was man eigentlich wollte.

Meistens sind es drei Gründe auf einmal. Für mein Kind: Man will dabei sein, und man hat mehr Einfluss darauf als jeder andere Elternteil. Für die Gruppe: weil sonst niemand zugesagt hat und vierzehn Kinder sonst nicht spielen. Für mich: weil es Spaß macht, weil man selbst gespielt hat, oder weil man gewinnen will. Auch das Motiv gibt es, und es ist nicht das schlechteste, solange man weiß, dass man es hat.

Welcher Grund führt, merkst du am Samstag bei 0:2, an vier Stellen:

  1. Aufstellung und Einsatzzeiten, sobald ein Spiel kippt. Wer bleibt draußen?
  2. Der Ton bei Rückstand. Ob du lauter wirst, und vor allem: gegenüber wem. Aber auch die Kinder fangen an sich gegenseitig an zu motzen. Was tust du?
  3. Das eigene Kind. Bekommt es mehr als die anderen oder weniger? Beides kommt vor.
  4. Wer ist schuld? Nach Niederlagen werden Schuldige gesucht. Wie gehst du damit um? Die Eltern reden auf die Kinder ein.

Ich habe mir vorgenommen, mit den Kindern maximal Spaß zu haben, eine ganze Gruppe zu entwickeln und mit einer positiven Einstellung voranzugehen, egal wem gegenüber. Wie du deine eigenen Leitlinien findest, habe ich hier vertieft. Warum machst du das? Die Frage vor der ersten Einheit.

02 · Was auf dich zukommt

„Worauf lasse ich mich da ein?“ Auf mehr Stunden, als du denkst, und weniger Können, als du fürchtest.

Das Training selbst ist der kleinere Teil. Dazu kommen Aufbau und Abbau, die Fahrten, der Spieltag mit An- und Abfahrt und die Nachrichten, die zwischen Dienstag und Samstag beantwortet werden wollen. Bei mir sind dreimal Training in der Woche mit allem Drumherum mindestens sechs Stunden, ein Spieltag noch einmal drei bis vier. Rechne deine Woche einmal durch, bevor du zusagst, damit die Zahl aus deinem Kopf auf ein Blatt kommt.

Du musst das nicht allein machen. In einer Kindermannschaft gibt es neben dem Trainer den Co-Trainer, den Betreuer, den Spielfeldbegleiter und den Elternvertreter, und keine dieser Rollen braucht eine Ausbildung. Frag im ersten Elternabend danach.

Vom Verein brauchst du Schlüssel, Platzzeiten, Bälle in der richtigen Größe, Leibchen, Mini-Tore und Hütchen. Die Platzzeiten klärst du schriftlich. Sie sind das Einzige, was dir jemand wieder wegnehmen kann.

Die Stundentabelle zum Ausfüllen, wie es bei mir angefangen hat und was der Verein sonst noch stellt: Was eine Kindermannschaft an Zeit kostet.

03 · Warum die Kinder in der Reihe stehen

„Woran merke ich, dass mein Training nicht gut war?“ Nicht daran, ob es ordentlich aussah. Zähl nach, wie lange ein einzelnes Kind auf seinen nächsten Ballkontakt gewartet hat. Nimm dir ein mittelstarkes Kind heraus und zähl zehn Minuten lang mit.

Zwei Fehler treten oft gemeinsam auf. Der erste ist Überforderung: Man setzt an, was man aus dem Erwachsenenfußball kennt, und die Kinder können es noch nicht. Der zweite ist die Warteschlange: eine Reihe, ein Ball, ein Trainer, der zusieht. Sechzehn Kinder, fünfzehn stehen.

Zeichnung einer Übungsform von oben: fünfzehn Kinder stehen in einer Reihe, ein sechzehntes dribbelt um ein Hütchen und schießt auf das einzige Tor
Eine Reihe, ein Ball, ein Tor. Fünfzehn Kinder warten, eines spielt.
Zeichnung desselben Platzes von oben: vier kleine Felder, auf jedem spielen zwei gegen zwei auf je vier Mini-Tore, alle sechzehn Kinder sind gleichzeitig im Spiel
Derselbe Platz, dieselben sechzehn Kinder, dieselbe Trainingsabsicht. Kein Kind steht.

Der Unterschied ist der Aufbau, und er ist in fünf Minuten gemacht. Der DFB rechnet in der Trainingsphilosophie Deutschland vor, dass ein Kind in 3-gegen-3-Formen auf 200 Ballaktionen je Einheit kommt, in 7-gegen-7-Formen auf 50.

Mein Tipp:

Wenn etwas nicht funktioniert, ist die erste Frage nicht, was mit den Kindern los ist, sondern was du aufgebaut hast.

Woran du Überforderung erkennst, warum die Reihe so verlockend aussieht und wie du in deinem eigenen Training mitzählst: Warteschlangen im Kindertraining: was sie kosten.

04 · Formales zuerst

„Was muss ich erledigen, bevor ich anfange?“ Vier Dinge, in dieser Reihenfolge: Führungszeugnis zuerst, weil es dauert. Kinderschutz als Zweites, weil du dafür nur ein Gespräch brauchst. Versicherung und Aufsichtspflicht zuletzt, weil dir dort jemand antwortet, sobald du fragst.

Das erweiterte Führungszeugnis beantragst du mit einer Bestätigung des Vereins beim Bürgeramt oder online, für das Ehrenamt in der Regel ohne Gebühr, und du fängst an dem Tag damit an, an dem du zusagst. Beim Kinderschutz lässt du dir den Verhaltenskodex und den Namen der Ansprechperson geben, bevor du beides brauchst. Über den Landessportbund sind Trainer und Kinder im Vereinsbetrieb versichert, und interessant ist, was nicht drin ist: private Fahrten, Schäden am eigenen Wagen. Die Aufsichtspflicht beginnt vor dem Anpfiff und endet nach dem Abpfiff. Die Verbände empfehlen, fünf bis zehn Minuten vorher da zu sein, und ein Kind, das nicht abgeholt wird, lässt du nie allein stehen.

Leg vor der ersten Einheit eine Kontaktliste an: Kind, Eltern, zwei Nummern, auf Papier und nicht nur im Telefon. Ein leerer Akku ist bei uns der häufigste Grund, warum jemand niemanden erreicht.

Was die Gerichte zur Aufsicht sagen, die Umkleide, der Weg zum Auswärtsspiel, der Notfall und die Checkliste zum Abhaken: Führungszeugnis, Aufsichtspflicht, Versicherung: was du vor der ersten Einheit erledigst.

05 · Wonach du trainierst

„Muss ich mir das alles selbst ausdenken?“ Nein. Es gibt eine ausformulierte Philosophie des Verbands, sie heißt Trainingsphilosophie Deutschland, und dahinter steht sehr viel kostenloses Material für genau deinen Dienstagabend. Das Material ist gut, und in meiner Umgebung kannte es fast niemand, der gerade zum ersten Mal vierzehn Kinder vor sich hatte.

Der Kern ist ein Gedanke: kleiner machen, damit mehr passiert. Weniger Kinder je Feld, mehr Tore, mehr Entscheidungen. Der Verband nennt drei Merkmale, Freude, Intensität und Wiederholung, und eine Zahl: mindestens 48 Minuten Nettospielzeit je Woche und Kind von der U8 bis zur U16. Gemeint ist die Zeit, die ein Kind tatsächlich im Spiel ist, und ohne mehrere Felder gleichzeitig ist sie nicht zu erreichen.

(Ich persönlich hatte früher meine 48 Minuten Spielzeit hinter mir, bevor ich überhaupt aus der Schule montags gekommen bin.)

Vier Sätze für Dienstag:

  1. Mehr Bälle als Kinder in der Warteschlange. Wenn ein Kind wartet, ist die Form falsch.
  2. Kleine Felder, kleine Mannschaften. Zwei gegen zwei und drei gegen drei sind die Form, in der Kinder am meisten lernen.
  3. Spielformen vor Übungsformen. Wer eine Sache üben will, sucht zuerst das Spiel, in dem sie vorkommt.
  4. Du redest weniger, als du glaubst. Alles was du erklärst, fehlt an Spielzeit.

Was der Verband im Wortlaut sagt, warum es das überhaupt gibt und die drei Fragen für die Rückfahrt: Trainingsphilosophie Deutschland: was der DFB dir für den Dienstag sagt.

06 · Die erste Trainingseinheit

„Was mache ich am Dienstag?“ Das hier, von der ersten bis zur letzten Minute. Vorher musst du dich aber entscheiden, wie so ein Abend überhaupt gebaut ist, und da gibt es zwei Schulen.

Die reine Lehre beim DFB heißt aktivieren, spielen, üben, spielen. Das ist die Einheit aus der Trainingsphilosophie in Kapitel 05 (Wonach du trainierst), und für mich ist das so ein bisschen ein fancy DFB-Ding. Die andere Schule heißt spielen, spielen, spielen. Bei uns läuft seit eineinhalb Jahren Warmkicken und dann spielen, spielen, spielen, und das hat sich noch nicht abgenutzt. Wenn ich mal eine andere Übung ansetze und die nicht funktioniert, stehen oft genug die Kinder vor mir und sagen: „Patrick, können wir nicht einfach nur Fußball spielen?“ Übungen und komplexe Spielformen führst du deshalb ganz vorsichtig ein. Sie funktionieren am Anfang in der Regel nicht, und da musst du deinen Trainer-Ehrgeiz einfach runterschlucken.

Einen Schwerpunkt gibt es trotzdem, und der hält bei uns acht Wochen, nicht einen Abend. Du sagst ihn den Kindern im Kreis, und er steckt in einer der Spielformen, manchmal als Provokationsregel.

Die Kickzeit habe ich künstlich verlängert. Ich bin früher da, und wer da ist, spielt zehn bis zwanzig Minuten vor dem Anpfiff schon Fußball, wild und mit Schießen. Das empfehle ich dir auch.

Der Ablauf ist für neunzig Minuten gerechnet, für zwölf bis sechzehn Kinder einer F-Jugend und für einen halben Platz. Er kommt ohne Übungsform aus, er hat keine Warteschlange, und er funktioniert nur, wenn vorher aufgebaut ist.

MinuteWas läuftAufbau
20 vor 0Alles steht. Warmkicken: Wer da ist, schießt aufs Tor, wild und ohne Form. Du begrüßt jedes Kind mit Namen, während es kommtvier Felder, Bälle an jedem Tor
0–5Der Kreis: Namen, drei Sätze, der SchwerpunktKinder im Halbkreis, du mit Blick zum Platz
5–30Spielen: zwei gegen zwei auf vier Tore, laufender Wechselvier Felder, alle vier belegt
30–35Trinken. Du sagst nichts LangesFlaschen stehen am Rand
35–60Spielen: drei gegen drei auf vier Tore, Felder nach Stärke besetzt. Hier steckt der Schwerpunkt drinzwei größere Felder
60–65TrinkenFlaschen stehen am Rand
65–82Spielen: frei, auf denselben Feldernzwei Felder, bleiben stehen
82–85Abschluss: ein Spiel, in dem jedes Kind schießtein Feld, alle Tore
85–88Aufräumen. Alle, nicht die Schnellstenjedes Kind trägt etwas
88–90Kreis, ein Satz, Verabschiedung mit Namennichts

Zwei Formen kannst du erklären, aufbauen und laufen lassen. Fünf Formen bedeuten vier Umbauten, und jeder Umbau kostet dich die Gruppe.

Die Minuten stoppe ich nicht mehr, ich gehe nach Gefühl und danach, wann die Kinder müde werden. Als neuer Trainer solltest du sie stoppen.

In der G-Jugend ist derselbe Abend sechzig Minuten lang, in der E-Jugend neunzig bis hundertzwanzig. Verlängern mit dem Warmkicken davor geht auch dort. Nur fängst du mit Fünfjährigen nicht um halb sieben an, sonst fallen dir alle müde um.

Die Materialliste, was du in den ersten fünf Minuten sagst, was schiefgeht und was du dann tust: Die erste Trainingseinheit: ein Ablauf zum Mitnehmen.

07 · Der Platz, bevor die Kinder kommen

„Warum wird es jedes Mal Chaos?“ Weil du während des Trainings organisierst, was du davor hättest aufbauen können. Wer das macht, während vierzehn Kinder auf dem Platz stehen, verliert die Gruppe.

Bau so auf, dass der Aufbau die ganze Einheit stehen bleibt: zuerst die Tore, weil sie am schwersten sind, dann die Felder abstecken, dann die Bälle auf die Felder verteilen, Leibchen zuletzt in zwei Stapeln. Der Preis ist eine halbe Stunde vorher: Ich bin um fünf da, um halb sechs steht alles und es geht los. Die halbe Stunde ist der Grund, einen Co-Trainer oder ein Elternteil früher zu bestellen.

Der zweite Teil des Aufbaus ist die Einteilung. In einer F-Jugend liegen zwischen dem stärksten und dem schwächsten Kind manchmal zwei Jahre Entwicklung. Die schwächeren Kinder spielen in kleineren Formen, die stärkeren drei gegen drei, beides gleichzeitig auf getrennten Feldern.

Zeichnung eines halben Platzes von oben: drei unterschiedlich große Felder nebeneinander, das linke klein mit zwei Mini-Toren für eins gegen eins, das mittlere und das rechte größer mit je vier Mini-Toren
Ein Platz, drei Felder, drei Größen. Die Einteilung entsteht beim Aufbauen und nicht im Kopf des Trainers während des Spiels.

Wonach du einteilst, ohne dass eine Rangliste entsteht, was du den Kindern dazu sagst und was den Eltern: Der Platz, bevor die Kinder kommen: aufbauen und einteilen.

08 · Vierzehn Kinder, ein Platz

„Wie behalte ich die Gruppe?“ Indem du weniger redest, kleine Gruppen bildest und Führungsspieler entwickelst.

Der DFB nennt in der Trainingsphilosophie Deutschland für die Bambini einen Begleiter je vier Kinder und für die F-Junioren einen je sechs. Nach dieser Zahl bräuchte eine F-Jugend mit vierzehn Kindern drei Erwachsene.

Ein Kind, das wartet, sucht sich etwas: Es tritt gegen ein Hütchen, zieht jemanden am Leibchen, geht auf Toilette oder legt sich hin. Das Gegenmittel gegen Unruhe ist deshalb selten ein Pfiff oder Schrei, sondern meistens ein zweites Feld. Und aus meinem F-Jugend-Training: Nach etwa dreißig Sekunden Ansage schaut das erste Kind weg, nach einer Minute ist ein Drittel woanders.

Namen in der ersten Woche, die Übergänge in drei Schritten, was du machst statt zu sagen, und der Winter: Vierzehn Kinder bei der Sache halten.

09 · Regeln, Ton und Grenzen

„Wie viel lasse ich durchgehen?“

Wenige Regeln, vorher bekannt, für alle gleich, mit einer abgestuften Folge. Das ist die Fassung, die alle Kinder kennen und ihr auch zugestimmt haben:

WofürStufeWas passiert
Frech werden, jemanden umtreten, jemanden beleidigen1Ein lila Leibchen anziehen
Noch einmal am selben Abend2Etwas vorsingen
Und noch einmal3Zum nächsten Training einen Kuchen mitbringen

Sie gilt auch für dein eigenes Kind, und keine Stufe beschämt. Ein Kind im lila Leibchen ist markiert, aber nicht bloßgestellt.

Ich habe das lila Leibchen aber seit bestimmt fünf Trainings nicht mehr verwendet. Es reicht, dass es irgendwo am Platz liegt.

Die Faustregel für alles andere: Eingreifen bei Gefahr und bei Gemeinheit. Grashalme zupfen während der Ansage stört dich, und das erduldest du. Wenn ein Kind ein anderes auslacht, gehst du hin. Und wenn drei Kinder nicht zuhören, war die Ansage zu lang, und das ist dein Problem und nicht das der Kinder.

Loben ohne „aber“, die eigene Grenze beim Lautwerden, der Ton am Samstag und der Katalog als Aushang: Regeln, Ton und Grenzen: ein Regelkatalog für die Mannschaft.

10 · Der Baukasten: Spielformen nach Altersstufe

„Ich brauche Übungen.“ Nein, du brauchst Spielformen. Eine Übungsform hat eine richtige Lösung, die du vorher kennst. In einer Spielform steht ein Gegner, und deshalb muss das Kind entscheiden. Kinder werden über Entscheidungen besser.

Auf einem Feld stehen bei uns vier Tore, zwei je Mannschaft, in die Grundlinie gesetzt und nach außen versetzt. Bei zwei Toren muss das Kind mit Ball nur durch. Bei vier hat es zwei Ziele, ein Verteidiger kann nicht beide decken, und damit steht die erste Entscheidung im Spiel, ohne dass jemand das Wort Taktik sagt. Wenn nicht genug Tore da sind: Zwei Hütchen im Abstand von zwei Schritten sind ein Tor, und vier Hütchentore sind besser als zwei richtige. Es tun auch Bierbänke oder Stangen.

Warum vier Tore den Pulk auflösen, die zwölf Formen für ein Kinderfußballjahr und die eine, die gesetzt ist: Spielformen statt Übungsformen: warum bei uns vier Tore stehen.

11 · Was in welchem Alter dran ist

„Trainiere ich das Richtige?“

Die Reihenfolge ist über alle Altersstufen dieselbe: erst der Körper, dann der Ball, dann das Spiel mit anderen, und ganz zuletzt das, was man Taktik nennt. Der DFB zieht dabei eine Grenze bei der Größe der Spielformen: bei den Bambini höchstens zwei gegen zwei, in der F-Jugend drei plus Torwart, in der E-Jugend vier plus Torwart. Positionsspezifisch wird erst ab der C-Jugend trainiert.

Meines Erachtens haben alle Verbände noch zu große Spielformen aktuell (September 2026). Und es wird natürlich das trainiert, was auch am Samstag oder Sonntag gespielt wird.

Die eine taktische Ausnahme, für die ich geradestehe: von hinten sauber herausspielen, den ersten Ball nach außen und dann nach vorn. Das ist die einzige Ansage, die ein Sechsjähriger im Spiel auch umsetzt, und alles andere in dem Alter halte ich für verschenkte Zeit. Torwarttraining mit Sechsjährigen auch. Obwohl es natürlich super viel Spaß macht.

Was in welcher Stufe schon geht und was noch nicht, als Tabelle, und warum ich beim Torwarttraining so deutlich bin: Trainingsinhalte nach Altersstufe: was schon geht und was noch nicht.

12 · Wo deine Mannschaft gemeldet wird

„Gegen wen spielen wir eigentlich?“

In vielen Verbänden gibt es je Altersstufe mehrere Leistungsklassen oder Spielstärken. Gemeldet wird vor der Saison, meist im Frühsommer, von der Person, die im Verein Jugendwart oder Staffelleiter ist, und oft ohne Rücksprache mit dem neuen Trainer. Das ist Routine, keine böse Absicht: Sie meldet, was letztes Jahr gemeldet war. Wenn die Einordnung nicht passt, spielt deine Mannschaft ein halbes Jahr gegen Gegner, die deutlich weiter sind, und für ein Achtjähriges ist ein halbes Jahr ein großer Teil der Zeit, die es überhaupt schon Fußball spielt.

Vier Fragen, und du stellst sie, sobald du zugesagt hast:

  1. Wer meldet unsere Mannschaft, und ist das schon passiert?
  2. Wann ist die Meldefrist?
  3. In welcher Klasse oder Stärke waren wir letzte Saison, und wie ist es ausgegangen?
  4. Welche Angaben braucht die Person von mir, damit sie richtig meldet?

Es ist schwer, als Elterntrainer die Kinder einzuschätzen. Es ist auch okay, einmal sieben oder acht Spiele gegen stärkere Gegner zu spielen, aber man muss eben aufpassen, dass man die Kinder nicht zu sehr frustriert.

Was in eine Meldung hineingeht, woran du früh merkst, dass die Klasse nicht passt, und die Gegenrichtung, wenn ihr jeden Samstag zweistellig gewinnt: Leistungsklassen: wo deine Mannschaft gemeldet wird.

13 · Der Spieltag als Trainer

„Wen stelle ich auf?“

Wenn wir mehr Kinder sind, frage ich vor dem Spiel immer, wer draußen bleiben möchte. Dann habe ich eine Stoppuhr und die Kinder haben (Rücken-)Nummern und ich stelle in der Regel die Kinder nach den Rückennummern auf und bitte auch die Kinder, sich zu merken, wer als nächstes rauskommt. Das ist ein faires Rotationsprinzip.

Die Situation, die den Samstag kippt, hat einen festen Ablauf: Die Mannschaft kommt hinten nicht heraus, der Gegner läuft direkt am Tor an, der Ball geht verloren, das Tor fällt, Anstoß, dasselbe noch einmal. Drei Gegenmittel, in dieser Reihenfolge:

  1. Vor dem Spiel mit dem gegnerischen Trainer reden. Ein Satz reicht: „Wir sind gerade nicht so stark. Können wir vereinbaren, dass die Kinder hinten in Ruhe aufbauen dürfen?“
  2. Dasselbe anbieten, wenn du der Stärkere bist. Wer die Absprache nur einfordert und nie anbietet, bekommt sie beim nächsten Mal nicht.
  3. Es im Training beibringen, als Spielform von hinten heraus. Am Samstag ist es dafür zu spät.

Was du sagst, wenn ihr dauernd verliert, woran du merkst, dass du verkrampfst, und was du tust, wenn ihr dauernd gewinnt: Der Spieltag als Trainer: Aufstellung, Serien und die Situation, die den Samstag kippt.

14 · Eltern führen

„Wie kriege ich die Eltern auf meine Seite?“

Eltern wollen, dass ihre Kinder gut behandelt werden, hin und wieder eine Rückmeldung und dass die Kinder sich weiterentwickeln. Eltern, die jedes Training nebendran sitzen, kann man direkt früher einbinden.

Wenn man keine Zeit hat, alle Eltern individuell zu behandeln, dann lohnt sich auch ein Elternabend. Es gibt die Elternabende mit den Kindern und ohne die Kinder. Mit Kindern ist es schlauer in meinen Augen, denn dann gibt es schon kein Betreuungsproblem.

Der erste Elternabend dauert eine Stunde, nicht mehr, und hat sechs Punkte in dieser Reihenfolge: wer du bist, wie das Training abläuft, warum nicht gezählt wird, die Regeln in der Mannschaft, was du von den Eltern brauchst, Fragen. Die Reihenfolge ist Absicht: erst das Training, dann die Erwartungen, sonst wird aus dem Abend eine Verhandlung.

Vier Aufgaben, vier Namen, noch an diesem Abend, als Liste, die herumgeht: Fahrdienst für die Auswärtsspiele, Trikots waschen reihum, Turniere und Termine im Blick behalten, die Mannschaftskasse. Sag dazu, wie viel Zeit jede Aufgabe kostet, Fahrt und Nachrichten eingerechnet.

Der Text zum Vorlesen, die zwei Regeln für den Chat, der Vater mit dem Leistungszentrum im Kopf und die Fragen, die immer kommen: Eltern führen: der erste Elternabend, vier Aufgaben, zwei Konflikte.

15 · Die Organisation, die du einmal aufsetzt

„Wer kümmert sich um den ganzen Kram?“

Sieben Blätter, ein Ordner, auf Papier oder im Telefon:

  • Kontaktliste mit Notfallnummern
  • Regelkatalog aus Kapitel 09 (Regeln, Ton und Grenzen)
  • Materialliste und Schlüsselübersicht
  • Terminübersicht der Runde
  • Fahrdienstplan
  • Trainingsnotizen
  • Kassenblatt

Ich habe das eigentlich alles in WhatsApp.

Der Test: Wenn du morgen ausfällst, kann jemand anderes mit diesen sieben Merkblättern dein Training übernehmen und deinen Samstag organisieren. Gib die Zweitschrift dem Co-Trainer und dem Elternvertreter.

Die Mannschaftskasse gehört nicht auf dein Privatkonto. Sobald jemand fragt, wo das Geld ist, willst du eine Antwort haben, die nicht aus deinem Kontoauszug besteht.

Was auf jedes Blatt gehört, der Ausfallplan, das Grobraster über das Jahr und was du an Material selbst kaufst und was nicht: Die Organisation, die du einmal aufsetzt.

16 · Woher du es lernst

„Und wenn ich es richtig machen will?“

Sechs Gruppen, mehr ist es nicht:

  • Das E-Learning des DFB. Sechzehn kurze Kapitel, rund eine Stunde, kostenlos, ohne Termin und ohne Anmeldefrist. Die unterste Stufe, und seit dem 22. August 2026 gibt es sie überhaupt erst.
  • Das Verbandszertifikat. Online, kurz, für genau deine Lage gemacht.
  • Kurzschulung und Lizenz. Die Stufen darüber, mit Präsenz und mehr Aufwand.
  • Das Material des Verbands. Trainingsformen, Videos, Handreichungen, alles frei zugänglich.
  • Videokanäle. Ungleich in der Qualität, aber die schnellste Art, eine Form zu verstehen.
  • Bücher. Wenige, dafür gute. Sie veralten langsamer als alles andere in dieser Liste.

Ich schaue und höre mir tatsächlich viele Podcasts mit Trainern an, um spezielle Themen besser zu verstehen.

Was das E-Learning ist, wie eine Lektion abläuft und was das Zertifikat am Ende wert ist, steht im eigenen Artikel dazu. Kurzfassung für hier: Es erklärt dir, wonach in diesem Land trainiert wird, und es sagt dir nicht, was du am Dienstag aufbaust.

Eine Reihenfolge, die sich bewährt hat: das E-Learning zuerst, weil es an einem Abend erledigt ist und dir das Vokabular gibt. Dann das Zertifikat, wenn du dabeibleibst. Danach hospitieren. Die Kurzschulung deines Verbands, wenn sie in der Nähe stattfindet. Und die Lizenz nur dann, wenn du weißt, dass du das länger machst als eine Saison.

Und der eine Rat, der nichts kostet: Zwei Abende beim Nachbarverein zusehen schlagen jedes Video. Ruf an, frag, ob du kommen darfst, und stell dich an die Seite. Fast jeder sagt Ja.

Ich konnte einmal bei der F-Jugend der Eintracht zuschauen und war einmal bei einer Junior-Nationalmannschaft. Bei jedem Training habe ich mir zwei, drei Sachen abgeschaut. Erfahrene Trainer haben einfach gute Routinen.

17 · Wo du weiterliest

Alle Artikel zusammen stehen im Magazin, neueste zuerst.

Und wenn deine Eltern Fragen haben, die nicht deine sind: Kinderfußball für Eltern. Ihn im Gruppenchat zu teilen ist die wirksamste Minute Elternarbeit in der ganzen Saison.

Du hast gerade eine Mannschaft übernommen, ohne dass dir jemand gesagt hat, wie das geht. In zwei Jahren bist du die Person, die im eigenen Verein jemand anderem sagt, wie es geht. Wenn es so weit ist, erinnere dich daran, was du in der ersten Woche gebraucht hättest, und gib genau das weiter.

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