G-Jugend trainieren: spielen, spielen, spielen
Kleine Felder, viele Tore und kaum Wartezeit: So sieht bei uns ein G-Jugend-Training aus, in dem auch das schwächste Kind oft am Ball ist.
6 Min. Lesezeitvon Patrick Schneider
Entwurf. Dieser Text hält Patricks Arbeitsweise in der G-Jugend fest. Die Obergrenze von zwei gegen zwei und der Betreuungsschlüssel des DFB sind belegt. Wie Kinder auf Bierbänke, Hütchen und Tore mit Netz reagieren, ist eine Beobachtung aus seinem Training, keine allgemeine Regel. Solange der Kasten steht, bleibt noindex gesetzt.
In der G-Jugend würde ich nur spielen lassen. Manchmal heißt die Reihenfolge spielen, spielen, spielen. Es gibt aber auch Trainer, die schwören auf spielen, üben, spielen. Drei Punkte auf dem Plan sind nicht entscheidend. Jedes Kind soll oft genug am Ball sein.
Bei fünf- und sechsjährigen Kindern ist ein Spiel mit vielen Kindern keine ideale Spielform. Der DFB setzt für Bambini die Obergrenze bei zwei gegen zwei. Das passt zu dem, was ich am Platz sehe: In einem großen Spiel läuft ein schwächeres Kind mit, ohne den Ball zu berühren. Im Eins gegen eins oder Zwei gegen zwei muss es selbst zum Ball, ein Tor suchen und merken, dass es den anderen davon abhalten darf.
Das ist der Anfang des Spielprinzips. Die Kinder müssen sich merken: Der Ball soll in dieses Tor, und der andere will ihn mir wegnehmen.
Das Training beginnt beim Ankommen
Die Kinder kommen nicht alle gleichzeitig. Während ich noch Tore schleppe oder ein Feld abstecke, ist das erste Kind oft schon da. Dann soll es nicht am Zaun stehen und warten, bis die anderen kommen. Es nimmt sich einen Ball und spielt los. (Oder ein anderer Erwachsener, Trainer oder Elternteil bietet Laufspiele an.)
Ich lege dafür je nach Gruppengröße zwischen zehn und zwanzig Bälle bereit. Manche Kinder schießen einfach aufs Tor, andere dribbeln zwischen den Hütchen oder spielen schon zu zweit. Das muss in diesem Moment keine Form haben. Der Ball macht die Wartezeit zu Spielzeit und gibt mir die Minuten, in denen ich den Rest aufbaue.
Der Ablauf hängt an Kindern und Erwachsenen
Wie viele Formen in eine Einheit passen, hängt von zwei Zahlen ab: Wie viele Kinder sind da, und wie viele Erwachsene können ein Feld mit im Blick behalten? Mit acht Kindern und zwei Erwachsenen kannst du zwei kleine Spiele laufen lassen. Mit sechzehn Kindern und zwei Erwachsenen wird es schwierig, selbst wenn der halbe Platz groß genug ist.
Der DFB nennt bei den Bambini einen Spielfeldbegleiter je vier Kinder. Spielbegleiter sind keine Trainer, sondern jemand, der einen Ball zurücklegt, ein Kind tröstet, Schuhe bindet und dafür sorgt, dass das Spiel weitergeht.
| Kinder im Training | Felder | Was darauf läuft | Erwachsene am Feld |
|---|---|---|---|
| 4 | 1 | zwei gegen zwei oder zwei Eins-gegen-eins-Spiele | 1 |
| 8 | 2 | zwei gegen zwei | 2 |
| 12 | 3 | zwei gegen zwei | 3 |
| 16 | 4 | zwei gegen zwei | 4 |
Wie du dir vielleicht schon denken kannst, so eine Tabelle ist jetzt keine Vorgabe, sondern wenn man eine ungerade Zahl hat, dann muss man auch mal 2 gegen 3 spielen. Oder eins gegen zwei. Ich verbinde oft den Torerfolg mit einer Zusatzaufgabe, dass im nächsten Zug das gegnerische Team Wir haben noch Artikel, die diese…eine Überzahlsituation hat.
Drei Teile reichen
Ich brauche in der G-Jugend keine lange Kette aus Übungen. Ein Abend kann aus drei Spielteilen bestehen: erst ein Spiel zum Ankommen, dann eine kleine Form, in der etwas häufiger vorkommt, und zum Schluss wieder freies Spiel.
Will ich, dass die Kinder den Ball eng führen, können alle mit Ball auf einem kleinen Feld spielen. Will ich Zweikämpfe sehen, stelle ich ein oder zwei Eins-gegen-eins-Felder daneben. Danach geht es wieder in zwei gegen zwei. Die Übung steht dann nicht neben dem Fußball. Sie steckt im Spiel und dauert nur so lange, wie die Kinder sie brauchen.
Sobald sich eine Schlange bildet, stimmt etwas nicht. Ein Kind mit Ball und fünf wartende Kinder ist keine Form für die G-Jugend. Dann teile ich das Feld, nehme ein zweites Tor dazu oder lasse zwei Paare gleichzeitig spielen. Der Platz sieht danach unordentlicher aus. Für die Kinder ist er besser.
Der Trainer muss nicht dauernd trainieren
Gerade am Anfang muss ich meinen eigenen Instinkt bremsen. Da stehen Kinder mit Bällen vor mir, und natürlich möchte ich ihnen zeigen, wie es besser geht. Einen Ball annehmen, den Kopf heben, nach außen dribbeln. In einer kleinen Spielform müssen sie diese Dinge aber erst selbst versuchen.
Meine Arbeit ist zuerst der Aufbau. Ich stelle die Felder hin, teile die Kinder passend ein, lege Bälle bereit und sorge dafür, dass ein Spiel nach einem Tor sofort weitergeht. Wenn das steht, trägt es die Einheit oft schon allein.
Ganz still bin ich nicht. Ein kurzer Tipp für ein einzelnes Kind passt hinein: „Nimm den anderen Fuß.“ Oder: „Schau mal, wo das zweite Tor ist.“ Dann gehe ich wieder einen Schritt zurück. Die ganze Gruppe anzuhalten, damit alle denselben Tipp hören, lohnt sich in der G-Jugend selten. Die anderen Kinder stehen dann herum, während eines zuhört.
Tore sind mehr als Linien auf dem Rasen
Für diese kleinen Spiele brauchst du viele Tore. Das heißt nicht, dass ein Verein sofort acht Mini-Tore kaufen muss. Zwei Hütchen im Abstand von zwei Schritten sind ein Tor. Bierbänke sind es auch.
Die Bierbank wird erstaunlich gut akzeptiert. Sie steht da, sie ist breit, sie hat eine Höhe. Die Kinder sehen ein Tor und spielen darauf. Bei Hütchen klappt es als Notlösung, aber es bleibt oft eine gedachte Linie. Ein Ball daneben löst weniger aus als ein Ball gegen eine Bank.
Mini-Tore mit Netz sind trotzdem etwas anderes. Ein Ball im Netz macht ein Geräusch und bleibt sichtbar liegen. Das merken die Kinder. Wenn die Wahl besteht, stelle ich sie auf die Felder, auf denen Kinder gerade erst anfangen, Richtung und Tor zu verstehen. Sie brauchen keine Erklärung dafür, warum dieses Tor schöner ist.
Was Eltern dabei sehen sollen
Eltern wollen sehen, dass ihr Kind vorankommt. Das heißt nicht, dass es am Rand ein Blatt mit Übungen abhakt. Sie wollen sehen, dass das eigene Kind Bälle berührt, schießt, verteidigt und irgendwann versteht, worum es in diesem Spiel geht.
Ein Kind, das im Zwei gegen zwei zehnmal an den Ball kommt und zweimal am falschen Tor landet, lernt mehr über das Spiel als ein Kind, das in einer Reihe einmal dribbelt und danach zwei Minuten wartet. Der Fehler ist auf dem Feld passiert. Beim nächsten Ball kann das Kind etwas anderes machen.
Darauf würde ich Eltern auch festlegen: Schaut nicht nur auf Tore. Schaut darauf, ob euer Kind drin ist. Ob es den Ball will. Ob es nach einem verlorenen Zweikampf wieder losläuft. Was Eltern noch am Spielfeldrand erkennen können, steht in Kapitel 09 des Elternleitfadens.
Quelle zur Höchstgröße der Spielformen und zum Betreuungsschlüssel: Deutscher Fußball-Bund, Trainingsphilosophie Deutschland. Entwicklung individueller Qualität, Fassung vom 14. Oktober 2024, Seite 11, abgerufen am 17. September 2026.
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